News aus dem Bienenstock, Juli 2025
Liebe Honigfreundinnen und Honigfreunde
Ein anstrengendes Bienenjahr ist vorbei. Das Neue fängt nun mit der Behandlung gegen die Varroa-Milbe und dem Auffüttern mit Futtersirup an.
Warum war das Bienenjahr für uns so anstrengend und hat auch unserem Imker ein paar Sorgenfalten mehr ins Gesicht gegraben?
Der Frühling hat zu früh mit warmen Temperaturen angefangen und so wurde unsere verehrte Königin schon zu zeitig zum Eier legen (Zellen bestiften) angeregt. Meine Schwestern und ich haben so die Produktion von Futter für die neuen Nachkommen auf grösste Leistung hochgefahren. Zum Glück waren die Futtervorräte vom letzten Jahr in genügender Menge vorhanden. Das konnte auch unser Imker feststellen, als er zu uns auf Besuch kam. Jede einzelne Bienenbehausung hat er angehoben und dabei das Gewicht abgeschätzt. Nur wenige unserer Nachbarvölker haben eine Portion Futterteig aufgesetzt bekommen. Wir selbst hatten im Herbst bei einigen unserer Schwestervölkern Futter stibitzt und haben so viel zu viel Futter gehabt. So konnten uns einige volle Futterwaben entnommen und für die zukünftigen Jungvölker aufgehoben werden. Wir haben dann dafür leere Waben bekommen. Was soll’s. Uns geht es auch so immer noch sehr gut. Übrigens: Ein schlechtes Gewissen für all die kleinen Futterdiebstähle haben wir nicht. Ist halt unsere Natur alles zu sammeln, was wir nur bekommen können 😊
Den Sommer haben wir wieder an unserem schönen Platz auf der Alp Gafröa am Flumser Kleinberg verbracht. Leider war bei unserer Ankunft der Bergfrühling schon fast vorbei. Dafür haben wir viele, unterschiedliche Sommerblüten gefunden. Auch die Bäume haben ihren Teil dazu geliefert. Im verregneten Juli hätten wir gerne eine wärmende Strickjacke angezogen. Brrrrr war das kalt. Dank den ersten, noch warmen Tagen konnten wir doch einiges an Honig eintragen und hatten so wenigstens genug zu futtern.
Übrigens: Wenn der Honig mal wegen der Linde und dem Weissklee eher etwas dünnflüssig ist, schmeckt er trotzdem einfach so was von gut. Kleiner Tipp: Stell den dünnflüssigen Honig in den Kühlschrank. Durch die tiefe Temperatur wird er zähflüssig und bleibt besser auf dem Butterzopf liegen.
Jetzt ist die Bienensaison mit der Entnahme von den Honigräumen schon vorbei. Unser Imker muss nun durch zweimaligen Einsatz von Ameisensäure den grössten Teil von den lästigen und auch für unseren Fortbestand gefährlichen Milben befreien. Auch für den Honig, den wir ihm abgegeben haben, offeriert er uns einen sehr guten und für unser Verdauungssystem leichten Futtersirup, Diesen werden wir verarbeiten und wie echten Honig in den leeren Waben einlagern.
Denk mal daran: Wir müssen im Winter unter Umständen mehrere Monate warten, bis wir wieder nach draussen können, um die Kotblase zu leeren. Das könnten wir nicht, wenn wir zum Beispiel noch viel Waldhonig zum Essen hätten. Waldhonig hat viel Ballaststoff und der würde den Druck auf unsere Kotblase so verstärken, dass wir Durchfall bekämen und dann unsere Wohnung verschmutzen würden. Das könnte dann mich und meine Schwestern echt krank machen, so dass wir den Frühling nicht mehr erleben würden. Da können wir nur sagen: Danke für den wenn auch nicht ganz billigen, aber feinen Futtersirup.
Ich melde mich zu Weihnachten 2025 gerne wieder mit den nächsten Neuigkeiten bei euch.
Viele liebe Grüsse und habt eine gesunde Zeit mit unserem grossartigen Honig
Euer Bienchen